Qualität und Zeit in der Pflege sind wichtig

Während ihrer Gesundheitstour durch Nordthüringen begleitete Babett Pfefferlein, gesundheitspolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landtagsfraktion Thüringen, heute den ambulanten Pflegedienst der Volkssolidarität Sondershausen während der Frühschicht. Gemeinsam mit Dirk Jakob, Pflegefachkraft bei der Volkssolidarität Sondershausen, weckte sie die ihm anvertrauten älteren Menschen, war bei der Pflege, Medikamentengabe und den Mahlzeiten dabei.
Ich habe deutlich gespürt, dass der ein oder andere Bewohner bzw. die ein oder andere Bewohnerin gern noch ein bisschen geredet hätte – allein die Zeit reichte nicht. Wir mussten nach einem strengen Zeitplan schnell weiter zur nächsten Wohnung. Das ist auch für die Pflegerinnen und Pfleger eine unbefriedigende Situation. Und doch gelingt es dem Team, eine freundliche, wertschätzende und fast familiäre Atmosphäre selbst in dieser kurzen Zeit für die zu Pflegenden zu schaffen. Das hat mich sehr beeindruckt. Dass die Qualität der Pflege in Deutschland in den letzten Jahren immer besser geworden ist, haben wir genau diesen Menschen zu verdanken“, unterstreicht Pfefferlein.
Der heutige Tag hat mir gezeigt, dass wir auf politischer Ebene noch hart verhandeln müssen, damit sich die Bedingungen für die Pflegefachkräfte verbessern. Das beginnt bei einer gerechten Entlohnung für ihre hochqualifizierte Arbeit und endet bei höherer gesellschaftlicher Anerkennung dieses Berufes. Mit unserer Devise ‚ambulant vor stationär‘, die auch im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist, beschreiten wir für die Zukunft der Pflege den richtigen Weg. Davon konnte ich mich heute überzeugen“, fasst Pfefferlein zusammen.
Nach seinen Wünschen für die Zukunft in seinem Beruf gefragt, erklärt Pfleger Dirk Jakob: „Ich bin seit 13 Jahren in der Pflege tätig. Ich wünsche mir, dass wir mehr Zeit mit den Menschen verbringen können, denn hier schließt sich oft der Lebenskreis. Jedoch ist die Dokumentationspflicht von Jahr zu Jahr größer geworden. Pflege nach Stechuhr ist nicht gut. Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse, denen wir gerecht werden möchten. Die älteren Menschen wünschen sich Pflege und Betreuung von uns und keinen ausgefüllten Pflegeplan. Wir alle geben viel in diesem Beruf, aber wir bekommen auch sehr viel zurück, das ist ein erfüllendes Gefühl. Es wäre gut, wenn sich mehr junge Leute für diesen Beruf entscheiden würden, denn schon bald geht eine große Zahl meiner Kolleginnen und Kollegen in Rente. Dann bekommen wir noch mehr Probleme, den Pflegestandard aufrecht zu erhalten.“
Ich bedanke mich herzlich dafür, dass ich heute die Gelegenheit bekommen habe, das Team des ambulanten Pflegedienstes der Volkssolidarität zu begleiten. Ich nehme ein realistisches Bild über die Situation in der ambulanten, häuslichen Pflege in Sondershausen mit nach Erfurt. Das ist für meine politische Arbeit sehr wichtig. Ganz konkret geht es auf Landeebene darum, den Pflegepakt weiter zu entwickeln“, erklärt Babett Pfefferlein abschließend.

Hintergrund:Die Volkssolidarität in Sondershausen bietet ihren ambulanten Dienst sowohl im gesamten Stadtgebiet als auch in einem Wohnkomplex im Östertal an. Dieser Komplex bietet Wohnungen sowie einen Tagestreff und Pflegedienst an – eine Wohnform, die älteren Menschen sehr entgegen kommt. Sie leben in ihren eigenen vier Wänden und bekommen die Unterstützung und Pflege die sie brauchen, bestimmen ihren Tag ansonsten komplett selbst. Dennoch ist in den Gesprächen mit Pflegerinnen und Pflegern, Betreuerinnen und Betreuern in diesem Haus deutlich geworden: Die überbordende Bürokratie, jede kleinste Handreichung zu dokumentieren, lässt immer weniger Zeit, sich mit den Menschen zu beschäftigen. Dienstbeginn für das Pflegeteam ist täglich 6 Uhr. Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion, Babett Pfefferlein, begann heute zu dieser Zeit ihren Dienst.



zurück