Den Keulaer Wald retten! Keine Erweiterung des Kalksteintagebaus zulassen!

Am gestrigen Sonntag, den 12.06.2022 hatten die Bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Babette Pfefferlein und der Vorsitzende der Waldgenossenschaft „Holzinteressenten Keula“ Holger Göcke zu einem Sonntagsspaziergang in den Keulaer Wald eingeladen. Ziel war es, auf die drohende Rodung von fast 80 ha wertvollen Buchenbestandes aufmerksam zu machen, der zum Teil als Plenterwald bewirtschaftet wird. Das Planfeststellungsverfahren um die Erweiterung des Tagebaus des Zementherstellers Dyckerhoff auf das Waldgebiet läuft bereits, zahlreiche Einwendungen wurden eingereicht. Wie groß das öffentliche Interesse ist und wie wichtig diese Einladung war, belegt die eindrucksvolle Zahl der 180 Teilnehmenden! Bürgerinnen und Bürger aus Keula und Umgebung, Kommunalvertreter*innen  sowie Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker*innen liefen gemeinsam durch den Keulaer Wald, um sich für den Erhalt der schützenswerten und lebensnotwendigen Natur stark zu machen. Alle waren sich einig: Dieser Wald muss bleiben!

Die Statements unserer Unterstützer*innen: „Ich habe hier in Keula einen wunderschönen, gesunden, lebendigen, vielfältigen und klimaresilienten Wald gesehen, der unbedingt bleiben muss!“ Dr. Heiko Knopf, Stellv. Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

„Aus der Klimaperspektive heraus kann es nicht sein, dass 80 Hektar Plenterwald für die Erweiterung eines Kalksteintagebaus gerodet werden sollen!“ Justus Heuer, Grüne Jugend Thüringen, Fridays for future Aktivist

„In einer Zeit, in der nur noch 15% des Thüringer Waldes überhaupt gesund sind, kann man nicht einen gesunden Wald platt machen!“ Bernhard Stengele, Landessprecher BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen

„Ich freue mich über das Engagement aller, die heute hierher gekommen sind. Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Wald abgeholzt wird!“ Babette Pfefferlein, MdL BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Zementherstellung sorgt schon heute für Naturverlust und Belästigung: so wird allgemein die Wiederaufforstung im jetzigen Abbaugebiet als sehr unzureichend beobachtet und die elektronischen Sprengungen sorgen für Lärm- und Staubbelastungen vor allem in der Gemeinde Zaunröden. Der gesamte Tagebau erstreckt sich über die drei Landkreise Kyffhäuser, Eichsfeld und Unstrut-Hainich. Besonders betroffen sind die Gemarkungen Deuna, Rüdigershagen, Keula, Zaunröden und Kleinkeula.

Aktuell betreibt die Firma Dyckerhoff GmbH innerhalb eines sogenannten Rahmenbetriebsplanes dort eine Fläche zur Gewinnung von Kalkstein von 144 ha. Um langfristig die Rohstoffversorgung zur Zementherstellung am Standort Deuna zu sichern, ist die Erweiterung der Tagebaufläche auf weitere 77,66 Hektar in das gestern besuchte Waldgebiet beantragt. Unter Zugrundelegung einer jährlichen Fördermenge von 2,2 Mio. Tonnen Kalkstein sollen damit Lagerstättenvorräte für eine Vorhabenslaufzeit von ca. 45 Jahren erschlossen werden.

 



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