Versorgung mit Hebammenleistungen auch in Klinken verbessern

Im Nachgang des gestrigen Fachgesprächs zum Thema: „Hebammenkreißsaal – Chancen eines Modellprojektes in Thüringen“ wirbt Babett Pfefferlein, familien- und gesundheitspolitische Sprecherin der Thüringer Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, für neue Wege in Thüringer Geburtsklinken:

„Wir setzen uns als Fraktion intensiv dafür ein, dass die Versorgung mit Hebammenleistungen für alle Familien verbessert wird. Im Fachgespräch gab es eine kontroverse Diskussion mit zahlreichen Expertinnen und Experten. Es wurden ganz konkrete Vorschläge erarbeitet, wie zum Beispiel eine Projektumsetzungsberatung oder zusätzliche, durch das Land finanzierte Stellen für Hebammen geschaffen werden könnten. Voraussetzung ist jedoch die Bereitschaft des jeweiligen Krankenhausträgers und des Teams auf der Geburtsstation.“

„Grundsätzlich waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, dass in Thüringen eine kontinuierliche Betreuung der Gebärenden durch Hebammen bzw. Geburtshelfer (Hebammenkreißsääle) gefördert werden soll. Dafür müssen jedoch insbesondere auf Bundesebene die Weichen gestellt werden“, so Pfefferlein.

In einem zweiten Teil der Veranstaltung wurde über die Kaiserschnittraten, die bei 28,1 Prozent der klinischen Entbindungen liegen, beraten. Einvernehmen bestand darüber, dass noch mehr Aufklärung über die Folgen von Kaiserschnittentbindungen sowohl für Frauen als auch für Akteure des Gesundheitswesens sinnvoll wäre.

„Wir wünschen uns in Thüringen eine nachhaltige Veränderung der Verhältnisse, um einen Rückgang der Kaiserschnitte und ein Modellprojekt zum Hebammenkreißsaal in Thüringen anzustoßen“, fährt Pfefferlein fort. „Gespannt warten wir auf das erste Treffen des Runden Tisches ‚Geburt und Familie‘ auf Landesebene, wo viele Akteure darüber beraten sollen, wie die bessere Versorgung mit Hebammenleistungen für Familien gewährleistet werden kann. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen für Hebammen und Geburtshelfer.“

„Neben all den guten Plänen auf Landesebene, ist bedauernswerterweise noch immer keine langfristige bundesweite Lösung für die Haftpflichtproblematik gefunden. Hier liegt der Ball eindeutig im Ministerium von Herrn Gröhe (CDU), der seine Hausaufgaben nicht macht“, so die Grünenpolitikerin abschließend.

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