Hebammenleistungen langfristig sichern

Babett Pfefferlein, familien- und gesundheitspolitische Sprecherin der Thüringer Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, ist besorgt über die anhaltend schlechte Arbeitssituation der Hebammen und über die mögliche Verschlechterung der Versorgungssituation mit Hebammenleistungen auch in Thüringen: „Noch immer ist keine bundesweite langfristige Lösung gefunden und die Situation spitzt sich zu. Ich sehe mit Bestürzung die Entwicklung der Haftpflichtversicherung der freien und Beleghebammen.
Nachdem die Haftpflichtversicherung schon 2003 und 2010 erhöht wurde, liegt sie seit dem 1. Juli 2015 bei über 6.274 Euro jährlich (eine erneute Steigerung von bis zu 23 Prozent). Nach den aktuellen Meldungen des Hebammenbundesverbandes sind ab Juli nur noch 2.348 freiberuflich in der Geburtshilfe tätige Hebammen deutschlandweit beim Verband versichert.“
Erst gestern nutzte Babett Pfefferlein beim „Erzählcafé“ im Erfurter Familienzentrum die Möglichkeit, mit Hebammen und (werdenden) Müttern ins Gespräch zu kommen: „In zahlreichen Gesprächen beklagten die Frauen, wie problematisch es ist, eine Hebamme zur Vor- und Nachsorge zu finden. In letzter Konsequenz kann die anhaltend prekäre Lage das Aus für den immens wichtigen Berufsstand bedeuten. Hausgeburten oder Geburten in Geburtshäusern werden nicht mehr möglich sein. Damit ist nicht nur die Wahlfreiheit, sondern die geburtshilfliche Versorgung insgesamt gefährdet.“
„Wir wollen konkrete Lösungen zur Sicherstellung der für unsere Kinder und Familien so wichtigen Arbeit und werden nicht müde zu fordern, dass auf Bundesebene eine tragfähige Lösung gefunden wird. Zu denken ist etwa an eine generelle Berufshaftpflicht für Gesundheitsberufe oder eine Berufsgenossenschaft“, fährt die grüne Abgeordnete fort.
„Der von der Bundesregierung geplante Sicherstellungszuschlag kann nicht rechtzeitig in Kraft treten, weil Hebammenverbände und GKV-Spitzenverband sich nicht einigen konnten. Nun wurde die Schiedsstelle angerufen. Diese sollte schnell zu einer langfristig funktionierenden Entscheidung kommen, damit sich die Situation in der Geburtshilfe nicht noch weiter verschärft. Auf lange Sicht muss die Spirale der steigenden Haftpflichtprämien durchbrochen werden“, so Pfefferlein abschließend. V. i. S. d. P.: Pressesprecherin Silke Fließ.

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